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ucb.suisse.ch/de Therapiebereiche Morbus Crohn

Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung, die mit einer Entzündung des Magen-Darm-Trakts einhergeht und meist den unteren Dünndarm (das Ileum) und den oberen Dickdarm (das Kolon) betrifft.

Menschen mit Morbus Crohn leiden unter Umständen ihr ganzes Leben lang und durchlaufen einen fortwährenden Zyklus aus „Schüben“ und Remission. Morbus Crohn gehört zusammen mit Colitis ulcerosa zu einer Gruppe von Krankheiten, die als chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) bezeichnet werden.

Schätzungen zufolge leiden in Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Spanien, Großbritannien und USA 900.000 Menschen an Morbus Crohn.

Wer ist betroffen?

Erstmals tritt Morbus Crohn zumeist bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren auf. Bei der Ursache wird von einer genetischen Komponente ausgegangen. So zeigen Studien, dass 20 bis 25 Prozent der Morbus-Crohn-Patienten einen nahen Verwandten haben, der entweder auch an Morbus Crohn oder an Colitis ulcerosa erkrankt ist.

Wussten Sie das?

Es gibt bei der Erkrankung ein Nord-Süd-Gefälle: Erhebungen zufolge ist die Häufigkeit (Inzidenz) von Morbus Crohn in Nordeuropa und Nordamerika höher als in Südeuropa und Asien.

 

Was sind die Symptome von Morbus Crohn?

Folgende Symptome werden von Morbus-Crohn-Patienten am häufigsten angegeben:

  • Durchfall
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Starker Gewichtsverlust

Diese stark belastenden Symptome können mit Depressionen einhergehen, da sich Morbus Crohn erheblich auf die Lebensqualität der Patienten auswirken kann.

Komplikationen in Verbindung mit Morbus Crohn

Eine Reihe von Komplikationen können bei Morbus Crohn das Leben der Betroffenen weiter beeinträchtigen:

  • Darmverschluss: Die häufigste Komplikation von Morbus Crohn ist ein Verschluss des Darms infolge der Entzündung und der Bildung von Narbengewebe. Dies führt zu einer Verdickung der Darmwand und einem signifikant verengten Darmdurchgang.Wenn sich der Darmverschluss nicht medikamentös beheben lässt, kann eine Operation erforderlich sein.
  • Fissuren: Schwere Durchfallattacken und Entzündungen können dazu führen, dass sich im Darm, insbesondere im Kolon, kleine Einrisse oder Risse bilden, die auch als Fissuren bezeichnet werden.
  • Fisteln: Tiefe Geschwüre innerhalb des Magen-Darm-Trakts können kleine Kanäle, sogenannte Fisteln, bilden, die Verbindungen zwischen verschiedenen Darmanteilen schaffen. Diese können auch zwischen einem Teil des Darms und der Haut oder einem anderen Organ, z. B. der Blase oder Scheide, entstehen. Durch diese Fisteln können sich Infektionen von einem Areal in ein anderes ausbreiten. Daher ist eine Drainage durch einen operativ eingeführten Schlauch erforderlich.
  • Mangelernährung: Eine weitere häufige Komplikation von Morbus Crohn ist ein Nährstoffmangel, insbesondere bei Patienten nach intensiver Erkrankung, die zu einer dauerhaften Fehlernährung und einer schlechten Nährstoffaufnahme führt.

Diagnose

Es gibt keinen Einzeltest zum Nachweis von Morbus Crohn. Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel durch eine Kombination von Tests und Untersuchungen. Dazu gehören z. B. Endoskopien, Biopsien, Stuhltests und körperliche Untersuchungen.


Behandlungsziele

Die medikamentöse Therapie verfolgt zwei Hauptziele:

  1. Die Symptome zu lindern, indem sie ein Abheilen des Darmgewebes und damit ein klinisches Ansprechen und eine Remission ermöglicht.
  2. Die Häufigkeit der Krankheitsschübe zu verringern und somit das Ansprechen aufrechtzuerhalten und hoffentlich eine Remission zu bewirken.



Behandlungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von Morbus Crohn werden verschiedene Arzneimittelgruppen eingesetzt, z. B.: Aminosalicylate (5-ASA) – Entzündungshemmer, Kortikosteroide, Immunmodulatoren, Antibiotika und biologische Therapien.

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Welche Rolle spielen chirurgische Eingriffe?

Zwei Drittel bis drei Viertel der Patienten mit Morbus Crohn müssen irgendwann in ihrem Leben operiert werden. Eine Operation kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein. In der Regel ist sie jedoch dann angezeigt, wenn die Krankheitssymptome durch Arzneimittel nicht mehr kontrollierbar sind, wie z.B. bei einem Darmverschluss.

In diesem Fall wird das erkrankte Darmsegment entfernt (Resektion) und die beiden gesunden Enden werden in einem als Anastomose bezeichneten Verfahren miteinander verbunden. Eine Operation kann nicht als Heilung von Morbus Crohn betrachtet werden, da die Erkrankung an der Stelle der Anastomose häufig erneut auftritt.

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